Der Historische Verein Memmingen e.V. lädt in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Memmingen zu drei Vortragsabenden ein. Im Mittelpunkt werden Persönlichkeiten aus Memmingen oder mit Bezug zur Stadt Memmingen stehen, die in der Zeit des Nationalsozialismus in unterschiedlichen Wirkungsfeldern tätig waren - in Verwaltung und Museen, in Unternehmen und Kirchen.
Mit der Vortragsreihe werden die wichtigsten Forschungsergebnisse öffentlich vorgestellt, die im Zusammenhang mit der Arbeit der Memminger Kommission für historisch belastete Straßennamen und Ehrenbürgerwürden in den vergangenen Monaten gewonnen werden konnten. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.
Link zur Tätigkeit der Kommission 2022-2026:
https://stadtarchiv.memmingen.de/publikationen/memminger-strassennamen.html).
Ingenieure im Nationalsozialismus: Claude Dornier und Karl Bäßler
Mittwoch, 24. Juni 2026, 19:00 Uhr
Stadtarchiv Memmingen, Ulmer Straße 19, 87700 Memmingen
Mit dem Wirken des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier (1884-1969) hat sich Dr. Susanne Meinl intensiv beschäftigt. Ab Mitte der 1930er-Jahre war sein Unternehmen Teil der nationalsozialistischen Rüstungsindustrie wurde, in der zahlreiche Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge eingesetzt wurde. Anschließend wird Stadtarchivar Christoph Engelhard in das Leben von Karl Bäßler (1888-1973). Der gebürtige Memminger Ingenieur und Architekt war ab 1933 Verwaltungsdirektor des Deutschen Museums in München und an verantwortlicher Stelle mit dem vom NS-Regime geförderten Aufbau des Museums bzw. seinem Wiederaufbau nach 1945 beschäftigt.
Bürgermeister im Nationalsozialismus: Dr. Heinrich Berndl
Montag, 29. Juni 2026, 19:00 Uhr
Antoniersaal Memmingen, Martin-Luther-Platz 1, 87700 Memmingen
Der Rolle von Memmingens Bürgermeister Dr. Heinrich Berndl (1887-1973) während des Nationalsozialismus widmet sich die Augsburger Historikerin Katrin Holly M.A. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderen sein Handeln bei der Etablierung des NS-Regimes ab 1933 und bei der jahrelangen Ausgrenzung der Jüdinnen und Juden aus Wirtschaft und Gesellschaft.
Pfarrer im Nationalsozialismus: Oskar Daumiller und Walter Wittmann
Mittwoch, 1. Juli 2026, 19:00 Uhr
Dorfgemeinschaftshaus Steinheim
Das Leben von Walter Wittmann (1900-1955) steht im Fokus des Referats von Philip Weidner M.A. über die Rolle der protestantischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Pfarrer der württembergischen Landeskirche war ab 1933 nicht nur Vertreter der „Deutschen Christen“, sondern engagierter Verfechter nationalsozialistischer Weltanschauung im Kirchen- bzw. ab 1938 im Schuldienst. Durch den gebürtigen Memminger Pfarrer und Oberkirchenrat der bayerischen Landeskirche Oskar Daumiller (1882-1970) erhielt er nach Ende seiner Haft im Internierungslager (1945-1948) die Möglichkeit, in der Kirchengemeinde Steinheim (heute Memminger Stadtteil) als Pfarrer zu wirken.