Bauernkinder
Wir sind die Kinder eines leibeigenen Bauern aus dem Allgäu. Wir müssen um Almosen betteln, weil uns der Abt von Kempten nach und nach alles genommen hat. Leset unsere Geschichte:
Konrad Freyding, ein leibeigener Mann „hat gehabt eine Frau. Die ist ihm gestorben. Die Hälfte, die ihr gehört hatte, erbte nicht der Mann, sondern der Abt. Er musste mit ihm teilen und gab ihm 50 Gulden. Also war der Hof 100 Gulden wert. Danach nahm er eine andere Frau. Die starb ihm auch. Da hat der Herr wieder das halbe Teil haben wollen. Der Bauer musste sogar 30 Gulden statt 25 Gulden geben. Da nahm er die dritte Frau, die starb auch noch vor ihm. Der Herr verlangte wieder die Teilung. Der Bauer brachte noch 20 Gulden zusammen. Zuletzt ist er selber gestorben. Da hat man von den Kindern zum vierten Male den halben Hof als Steuer gefordert. Es waren aber nur 14 Heller da. Die hat der Abt auch noch halb haben wollen. Da hand ihm die Kinder nichts geben wollen. Da hat er alles genommen und hat müssen ein Teil der Kinder zum Betteln gehen.“ (zitiert nach Hans Weixler, Durach und der Bauernkrieg 1525, gedruckt 1975)