Eberhart Zangmeister - ein Anhänger der Reformation
Ich bin Inhaber der Zangmeisterschen Handelsgesellschaft und Kramerzunftmeister, diene meiner Vaterstadt in vielfältiger Weise, 18 Jahre als Pfleger des Unterhospitals, 17 Jahre als Pfleger von Sankt Martin und seit 1516 als Ratsherr, auch in Zeiten der Reformation und des Bauernkrieges.
Wenn unser Prediger Schappeler mal bei der Predigt wieder "über die Stränge geschlagen" hatte, wurde ich oft als Vermittler zwischen ihm und dem Rat eingesetzt. Schappeler wurde mir dann allerdings zu radikal, denn den Großzehnten zu verweigern hätte geheißen die Stiftungen für die Armen ausbluten zu lassen und das konnte ich als Pfleger des Unterhospitals und von St. Martin nicht gutheißen. Ab dann konnte ich nicht mehr als Vermittler auftreten
Als Rat war ich im Februar 1525 bei den Bauern der Memminger Dörfer, um sie aufzufordern ihre Beschwerden beim Rat einzureichen. Im März öffnete ich als Kramerzunftmeister auf Wunsch des Rates die Tür der Kramerzunftstube für die Anführer der Bauernhaufen, damit sie sich dort beraten konnten. Im April vertrat ich als Geheimer Rat die Stadt Memmingen in Illereichen bei Beratungen mit anderen Städten, die in der gleichen schwierigen Lage waren wie Memmingen.
Nach 1526 war Eberhard Zangmeister fünfmal Bürgermeister in Memmingen und setzte sich für die Durchführung der Reformation ein.