Historischer Verein Memmingen

Geschichtsforschung - Heimatpflege - Denkmalschutz

Ulrich Wolfhart - überzeugter Anhänger des neuen Glaubens

 

Ich wurde 1496 als Sohn des Apothekers Ulrich Wolfhart und seiner Frau in Ravensburg geboren. Im Jahr 1514 begann ich mein Studium in Wittenberg und bin seit 1520 Apotheker in der Stadt Memmingen. 1522 heiratete ich Margarethe Stebenhaber, die Tochter des Bürgermeisters Hans Stebenhaber und seiner Frau Barbara.
Als der Rat der Stadt 1521 die Bannbulle über Martin Luther veröffentlichte, wurden wir alle neugierig, was Luther zu sagen hätte. In einem Kreis mit Gleichgesinnten diskutierten wir die Bibel, die wir endlich auf Deutsch lesen und somit verstehen konnten.

Doch auch das liederliche Leben der Geistlichen bot uns oft Stoff für hitzige Diskussionen. Zu uns gehörten u.a. der Prediger Christoph Schappeler, der Lateinschulmeister Paul Höpp, der Gesandte Hans Ehinger, der Rechtsgelehrte Matthäus Neithart, der Schulmeister Johannes Schmidlin, der Prediger Christoph Gerung und der Laienprediger Sebastian Lotzer. Lange hatten wir uns alle vor einen strafenden und rächenden Gott gefürchtet. Jetzt predigt Luther einen liebenden und gütigen Gott. Wie konnten uns die Pfaffen nur so lange Zeit in Angst und Schrecken versetzen!

Als 1524 der Barfüßermönch Johann Winzler das Lob der Jungfrau Maria und der lieben Heiligen verkündigte, ermahnten der Ratsherr Hans Lodweber und ich ihn, dass er so etwas nicht mehr predigen dürfe und mit unserem Prediger Schappeler darüber disputieren müsse. Mich beauftragte der Rat nun, eine Ordnung für die Kirche auszuarbeiten. Als endlich das von uns geforderte Religionsgespräch Anfang Januar 1525 zustande kam, war ich einer der Vorsitzenden.

 

Wie es weiterging: 1540 veröffentlichte der Stadtapotheker allgemeine Empfehlungen, wie man sich besser gegen die Pest schützen könne und gegebenenfalls die Krankheit behandeln könne. Dr. Wolfhart verstarb 1558.

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